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Keine Fortführung in 2009?

No-Regress-Kampagne ein Erfolg?
Keine Fortführung 2009?

Im Jahr 2008 schlossen die Kassen und die KV Niedersachsen einen „Pakt“: Sollte ein bestimmter Betrag eingespart werden (3 % bei den Heilmitteln), würde auf Richtgrößenprüfen bei Heilmitteln verzichtet werden.

Ob dies eine gelungene Aktion war, soll an dieser Stelle offen bleiben. In jedem Fall führte diese Vereinbarung in Niedersachsen vereinzelt zu massiven Unterversorgungen von Patienten. In dem einen oder anderen Fall wurde aus dem abstrakten Spar-Appell der KV eine richtige Sparwut bei einzelnen Ärzten.

Dem ZVK-Nordverbund war es insgesamt gelungen, die Öffentlichkeit und insbesondere die Politik nicht nur zu informieren, sondern insbesondere auf die Bezirksstellen der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen so Einfluss zu nehmen, dass „veröffentlichte“ Ausrutscher in der Darstellung vermieden werden konnten. Die entsprechenden Artikel der großen niedersächsischen Zeitungen hatten wir 2008 hier bereits veröffentlicht.

Solche Verbandsaktivitäten haben immer zweierlei Zielsetzungen: Zum einen soll und muss auf die aktuelle Situation reagiert werden, zum anderem soll auch mittelfristig auf Entwicklungen Einfluss genommen werden.

Dies ist dem ZVK-Nordverbund offensichtlich gelungen: Den neuesten Meldungen auf der Homepage der KV Niedersachsen ist zu entnehmen, dass dieses „Sparpaket“ 2009 nicht fortgesetzt werden wird. Das war uns in der Form zwar schon zugesagt worden, wir waren – und sind! – hier aber stets zurückhaltend in der Bewertung solcher Aussagen.

Hier die Homepage-Meldung der KV Niedersachsen im Wortlaut:

„Arznei- und Heilmittelvereinbarung für 2009 unter Dach und Fach
 
KVN übernimmt Verantwortung für Einhaltung der Ausgabenobergrenzen im Arznei- und Heilmittelbereich

Hannover, 23. Dezember 2008 (kvn-pr/dh) – Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat mit den niedersächsischen Krankenkassen die Arzneimittel- und Heilmittelvereinbarung für das Jahr 2009 erfolgreich verhandelt. Das Ausgabenvolumen für Arzneimittel liegt bei 2,274 Milliarden Euro, für Heilmittel bei 354 Millionen Euro. Das ist der Betrag, den alle niedergelassenen niedersächsischen Ärztinnen und Ärzte zusammen für die Verordnung von Arznei- und Heilmitteln im kommenden Jahr zur Verfügung haben. Dies entspricht einer Steigerung von 6,6 Prozent für Arzneien und 2,1 Prozent für Heilmittel gegenüber 2008.

Die KVN übernimmt wie in den beiden vergangenen Jahren finanzielle Verantwortung für die Begrenzung der Ausgaben. Sie verpflichtet sich, eine Überschreitung der Ausgabenobergrenze im Arzneimittelbereich mit bis zu 6 Millionen Euro und im Heilmittelbereich bis zu 3,1 Millionen Euro auszugleichen.

Sowohl für den Arzneimittelbereich als auch für den Heilmittelbereich gilt, dass bei Einhaltung der Budgets keine Richtgrößenprüfungen für das Jahr 2009 durchgeführt werden“

Diese Informationen sind in mehrfacher Hinsicht wichtig:

1.    Die „No-Regress-Kampagne“ wird nicht fortgeführt.
2.    Das potenzielle Ausgabenvolumen für Heilmittel wird um 2,1 % erhöht und nicht um 3 % abgesenkt. Damit wird dokumentiert, dass einzelne „Sparaktivitäten“ zu Lasten der Patientenversorgung gingen – ein wichtiger Punkt, auf den der Nordverbund immer wieder hingewiesen hat.
3.    Es ist auch weiterhin richtig, dass Verordnungen sehr zielgerichtet eingesetzt werden sollen und müssen. Unsere Verbandsaktivitäten zum Thema Test- und Messverfahren und unser aktuelles Forschungsprojekt haben hohe Aufmerksamkeit in der Politik und Ärzteschaft gefunden.
Deshalb werden sich alle Heilmittel immer auch dem Thema Evidenz stellen müssen. Die Physiotherapie im Bereich des Nordverbundes ist diesbezüglich bereits gut aufgestellt.

Dass dies auch anders sein kann, zeigt die als pdf-Datei beigefügte Veröffentlichung eines Arztes aus Aurich, der sich massiv gegen die Ergotherapie und Logopädie ausspricht und hierbei die Physiotherapie noch nicht einmal erwähnt. Diese Veröffentlichung wurde den Kinderärzten in Niedersachsen durch die KV übermittelt.

Die Veröffentlichungen der KV Niedersachsen sind somit wesentlich mehr „wert“ als die bloße Wiedergabe der Pressemitteilung im Wortlaut.

Ein insgesamt schöner Erfolg unserer Arbeit zu Beginn des Jahres 2009!

Heilmittelregress Kinderärzte NiedersachsenVerordnung von Heilmitteln

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