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Deutschland auf Platz zwei im Vergleich der Gesundheitssysteme
Zufriedener können nur dänische Patienten mit den Strukturen der gesundheitlichen Versorgung in ihrem Land und ihren Mitsprachemöglichkeiten sein. Platz drei teilen sich Finnland und die Schweiz. Die Niederlande belegen den vierten Platz.
Für das Ranking hat HCP 31 europäische Gesundheitssysteme einem Vergleich unterzogen. Als maßgeblich für die Patientenfreundlichkeit eines Systems galten die Kategorien "Patientenrechte", "Information", "Bewertung von Therapieverfahren" und "finanzielle Anreize". Grundlage für die Auswertung bildeten offiziell zugängliche Daten unter anderem der Weltgesundheitsorganisation, der OECD sowie von wissenschaftlichen Quellen und europaweiten Umfragen.
Demnach billigt die Schweiz ihren Patienten die meisten Rechte im Rahmen ihrer gesundheitlichen Versorgung zu. Dänemark wiederum ist Spitzenreiter bei der Information der Patienten über das Versorgungsangebot und bei der transparenten Bewertung neuer Therapien. "Paradiesische Zustände" herrschten im deutschen Gesundheitssystem vor allem wegen seiner freien Arztwahl und den geringen Wartezeiten, heißt es im Bericht des HCP. Sehr gut schneidet Deutschland auch aufgrund der Möglichkeit ab, frei zwischen Kostenträgern und Zuzahlungsmöglichkeiten wählen zu können. Dadurch entsteht nach Ansicht von HCP ein Anreiz, medizinische Angebote auch tatsächlich wahrzunehmen.
Positiv -freie Arztwahl und kurze Wartezeiten.
Als Manko des deutschen Systems wertete das Unternehmen, dass Patienten als Informationsquelle für Arzneimittel vornehmlich Ärzte und Apotheker zur Verfügung stünden. Eine Ausweitung des Informationsangebots sei ein erster Schritt hin zu mehr Patientenmacht, so HCP. Nachteilig auf eine Stärkung der Rechte der Versicherten in der gesundheitlichen Versorgung wirke sich auch das Fehlen eines Patientenschutzgesetzes aus.
Der Vergleich könne aufgrund der unterschiedlichen Datenlage in den einzelnen Ländern jedoch nur als Versuch gesehen werden, die Patientenfreundlichkeit der Gesundheitssysteme zu messen, so HCP selbstkritisch zu seiner Untersuchung.
Kommentar
Deutsches System als Vorbild?
Von Petra Spielberg
Wer die Diskussionen über die Priorisierung und Rationierung auf dem diesjährigen Ärztetag verfolgt hat, mag es kaum glauben: Deutschland hat immer noch eines der patientenfreundlichsten Gesundheitssysteme Europas.
Bei einem Vergleich landete Deutschland immerhin auf Platz zwei hinter Dänemark und vor 29 anderen Staaten. Gründe seien vor allem die Möglichkeit, frei zwischen Leistungserbringern und Kostenträgern wählen zu können und die vergleichsweise geringen Wartezeiten, so die Autoren der Studie. Abzüge gab es für das Fehlen eines Patientenschutzgesetzes.
Doch wie aussagekräftig ist ein solches Ranking? Die auf dem Ärztetag aufgeworfenen Fragen zeigen, dass der Teufel im Detail steckt. Denn eine gesundheitliche Versorgung, bei der Behinderte, sozial Schwache und Pflegebedürftige zu den Verlierern gehören, kann nicht wirklich als patientenfreundlich gelten.
Auch ist zweifelhaft, ob ein Patientenschutzgesetz Patienten die Macht verleihen kann, die sich die Autoren des Rankings erhoffen. Der Ärztetag hat jedenfalls klug entschieden, ein solches Gesetz weiter abzulehnen, da es nicht die für die Defizite in der Versorgung verantwortlichen Politiker in die Haftung nehmen würde, sondern die Ärzte.
Quelle: Ärzte-Zeitung vom 27.5.09






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