Sie sind hier : Home » Infos / News » Verschiedenes » Umfrage der BKK
Rückenschmerzen nehmen drastisch zu
Umfrage 1998 - 2008: Rückenschmerzen nehmen um ein Viertel zu - ärztliche Behandlungen helfen oft nur kurzfristig
Medikamente: Verschreibung steigt um ein Drittel
Immer
mehr Rückenschmerzbetroffene verzichten auf einen Arztbesuch. Gaben
1998 noch 57 Prozent an, wegen ihrer Rückenschmerzen einen Arzt
aufgesucht zu haben, sind es 2008 nur noch 36 Prozent. Wer allerdings
ärztliche Hilfe benötigt, bekommt am häufigsten Medikamente, bevorzugt
Schmerzmittel, verschrieben (1998: 47 Prozent, 2008: 64 Prozent). Stark
zugenommen haben ebenfalls die ärztlichen Empfehlungen zur
Krankengymnastik (von 22 Prozent 1998 auf 61 Prozent 2008).
Chiropraktische Maßnahmen haben sich im Zehnjahresvergleich
vervierfacht (von 7 auf 27 Prozent). Im Vergleich dazu gibt es wenig
Veränderungen bei den verordneten Massagen (1998: 46 Prozent; 2008: 49
Prozent), Spritzen (1998: 49 Prozent; 2008: 44 Prozent), Fangopackungen
(1998: 25 Prozent; 2008: 32 Prozent) und Bestrahlungen (1998: 25
Prozent; 2008: 30 Prozent).
Über 80 Prozent der Patienten haben erneut Beschwerden
Vier
von fünf Betroffenen geben zwar an, dass das, was der Arzt verordnet
hat hilft, allerdings kommen die Rückenschmerzen bei der überwiegenden
Mehrheit (81 Prozent) wieder. Jeder Fünfte (21 Prozent) war bis zu
einer Woche schmerzfrei, bei jeweils 10 Prozent kamen die Schmerzen
nach ein bis zwei bzw. zwei bis vier Wochen wieder. Besonders
gravierend ist dies bei der Gruppe der chronisch Rückenkranken: Bei 94
Prozent kommen die Schmerzen nach kurzer Zeit wieder.
Gelegentliche Schmerzen – regelmäßiger Sport hilft offenbar
In
der Rückenschmerzumfrage werden insgesamt 4.055
Rückenschmerz-Betroffene segmentiert und signifikante
Rückenschmerz-Typen identifiziert. Die größte Gruppe sind mit 46
Prozent „Personen mit gelegentlichen Kreuzschmerzen“. Sie leiden eher
selten unter Rückenschmerzen und treiben häufig drei bis sechs Mal pro
Woche Sport. Sie sind meist männlich und berufstätig. Die verordneten
Maßnahmen führen überdurch-schnittlich häufig zu einer kompletten bzw.
längeren Schmerzfreiheit.
Temporäre Verspannungen – häufig durch Computernutzung
Zwei
Drittel der Bevölkerung nutzen heute täglich den Computer. Das sind
mehr als doppelt so viele wie vor 10 Jahren (1998: 29 Prozent; 2008: 64
Prozent). Die computerbedingten Beschwerden haben um rund 20 Prozent
zugenommen (1998: 41 Prozent; 2008: 59 Prozent).
In der Gruppe der
Betroffenen mit temporären Verspannungen (27 Prozent) klagen
überdurchschnittlich viele über Beschwerden, die offenbar mit ihrem
(Computer)-Arbeitsplatz zusammenhängen: Die Schmerzen liegen
überwiegend im oberen Rückenbereich. Die Betroffenen sehen die Ursache
ihrer Schmerzen häufig in ungünstiger Körperhaltung und zu langem
Sitzen. Sie gehen seltener als der Durchschnitt zum Arzt, verzichten
eher auf Medikamente und setzen mehr auf Massagen und Bewegung zur
Schmerzlinderung. Diese Gruppe ist häufig weiblich und 14 bis 39 Jahre
alt.
Chronisch Rückenkranke – viel verordnet, Schmerzen bleiben
Die
chronisch Rückenkranken mit globalen Schmerzen (18 Prozent) suchen
überdurchschnittlich häufig Ärzte auf, sind lange krankgeschrieben und
nehmen mehr Medikamente als der Durchschnitt. Vom Arzt erhalten sie die
verschiedensten Verordnungen. Das Spektrum reicht von Medikamenten über
Bestrahlungen bis zu Massagen. Allerdings sind fast alle (94 Prozent)
dieser Betroffenen nicht nachhaltig komplett schmerzfrei – ein Viertel
hat sogar bereits innerhalb einer Woche wieder Beschwerden. Sie geben
überdurchschnittlich häufig an, dass die Schmerzen auf
Abnutzung/Verschleiß oder einen Bandscheibenvorfall zurückzuführen oder
auch berufsbedingt sind. Auch die ärztlichen Diagnosen weisen aus, dass
diese Patienten deutlich häufiger an schmerzhaften Rückenschäden
leiden. Diese Gruppe ist häufiger weiblich und meist über 50 Jahre
alt.
Ältere mit Rückenbeschwerden setzen meist auf Hausmittel
Diese
kleinere Gruppe (9 Prozent) hat oft tägliche Beschwerden, die sie
selbst auf Alterserscheinungen zurückführt. Auch die Ärzte begründen
die Diagnosen häufig mit Knochenverschleiß, Verspannungen und
Übergewicht. Die Beschwerden werden mit Salben, Wärme und Bädern
gelindert. Betroffen sind häufig weibliche, über 60-jährige und nicht
mehr berufstätige Menschen.
Quelle: BKK Bundesverband




zum Seitenanfang springen