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Forschungsprojekt Nordverbund: Alltagsbeeinträchtigung von Knie- und Wirbelsäulenpatienten

Wie verändert sich die Alltagsbeeinträchtigung von Knie- und Wirbelsäulenpatienten die ambulante Physiotherapie in Anspruch nehmen?

Physiotherapie ist ein zentraler Therapieansatz bei orthopädischen oder traumatologischen Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule oder des Kniegelenks.
Die Patienten sind in ihrer Lebensqualität häufig deutlich eingeschränkt. Ergebnisse aus Studien mit belastbaren Fallzahlen lagen für Deutschland bislang keine vor.
Ende 2006 hat der ZVK-Nordverbund Entschluss gefasst einen ersten Schritt zu tun, um diese Lücke zu schließen. Dazu schlossen sich der ZVK-Nordverbundes, das Institut für Arbeitsmedizin, Universität zu Lübeck sowie das Institut für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation der Deutsche Sporthochschule, Köln zusammen, um eine Studie durchzuführen.
Im Rahmen der Studie sollten verschiedene Fragen beantwortet werden, u.a., wie sich die Alltagsbeeinträchtigung von Knie- und Wirbelsäulenpatienten während der Therapie und im darauf folgenden halben Jahr verändern.        

Durchführung der Studie
Anfang 2007 wurden die Praxisabläufe sowie das Dokumentations- und Befragungsmaterial (im Folgenden dargestellt die Ergebnisse für den Beeinträchtigungsindex; BI, der extrakurzen Version des Musculoskeletal Function Assessment Questionnaire; XSMFA-D [3]) in sechs Praxen der Mitglieder der „Arbeitsgruppe Messen“ des ZVK-Nordverbundes eingeführt und erprobt. Es erwies sich als praktikabel und wurde von den Patienten gut angenommen. Dem entsprechend wurde die Untersuchung nach marginalen Veränderungen auf weitere Praxen ausgedehnt. Dazu wurden Mitglieder in Workshops geschult, sie wurden anhand von Fallbeispielen mit dem Studienmaterial und qualitätssichernden Maßnahmen vertraut gemacht. Ein wesentlicher Bestandteil war darüber hinaus die Dokumentation der Therapie, vermerkt wurden einen primärer und beliebig viele ergänzende Therapieansätze.


In 84 Praxen des ZVK-Nordverbundes wurden 761 Wirbelsäulen- und 332 Kniepatienten mit verschiedenen Diagnosen (s. Tabelle 1), vor, nach sowie ein halbes Jahr nach der Therapie befragt. Die Patienten waren zwischen 18 und 65 Jahren alt. Ca. 40 Prozent der Patienten hatten seit mehr als einem halben Jahr Beschwerden.

Tabelle 1: Anzahl der Patienten je Subgruppe

Abbildung 1 beschreibt den Studienverlauf graphisch.
Abbildung 1 beschreibt den Studienverlauf graphisch.

Ergebnisse
Die Auswertung (Varianzanalyse) ergab, dass sich die Alltagsbeeinträchtigung sowohl der Wirbelsäulen-, wie auch der Kniepatienten im Verlauf der Therapie signifikant verringerte und im weiteren Verlauf im Mittel stabil blieb (s.a. Abbildung 1 und 2). Die Therapie ist inhaltlich deutlich aktiv geprägt, aber auch die Manuelle Therapie nimmt einen großen Stellenwert ein, für die Wirbelsäulenpatienten ist sie der führende primäre Behandlungsansatz.
Bei der Interpretation der vorgefundenen Veränderungen muss berücksichtigt werden, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Es war nicht möglich Patienten einer Kontrollgruppe zuzuweisen, die nicht therapiert wurde. Daher kann nicht genau abgeschätzt werden, welchen Einfluss z.B. der natürliche Genesungsverlauf genommen hat. Nach weiteren Analysen wird es aber möglich sein, Faktoren zu bestimmen, anhand derer der die Veränderungen der Alltagsbeeinträchtigungen der Patienten bereits zu Therapiebeginn vorausgesagt werden können.

Wir werden Ihnen im Sommer 2011 die Ergebnisse in entsprechenden Veranstaltungen präsentieren. Hierzu möchten wir Sie jetzt schon herzlich einladen!
Die Termine und Veranstaltungsorte geben wir Ihnen auf unserer Homepage www.zvk-nordverbund.de bekannt.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass diese Studie erste auf großen Patientenzahlen beruhende Informationen zur Veränderung der Teilhabe in Deutschland ambulant physiotherapeutisch behandelter Patienten liefert. Die Teilhabe der Patienten verbessert sich im Verlaufe der Therapie deutlich und zeigt sich in den folgenden sechs Monaten sowohl für Knie- als auch für Wirbelsäulenpatienten im Mittel stabil.

Wir sind sehr stolz auf diese Ergebnisse, bedanken uns bei allen teilnehmenden Praxen, den Mitgliedern der Arbeitsgruppe, den Wissenschaftlern der Universitäten hier vor allem bei Sven Karstens, der Ihnen die Ergebnisse der Studie in den Veranstaltungen präsentieren wird.

 

Poster zur Studie

Poster zur APT-Nord-Studie (Ambulante Physiotherapiestudie Norddeutschland)


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